Nur das “Plopp” fehlt bei diesen Spitzenweinen

Hochwertige Terroir-Erzeugnisse jetzt auch im Weinschlauch

Ende der 1970-er Jahre kamen in Frankreich Tafelweine im Weinschlauch auf den Markt. Das “Bag-in-Box-System”, in Frankreich kurz “Cubi” genannt, hat sich inzwischen längst als Alternative zu Glasflaschen etabliert. Lag sein Anteil 2006 noch bei 16 % des Verkauf französischer Weine, so erreichte er 2015 bereits 38 %; in Norwegen waren es schon 59%.

Entwickelt wurde die Technologie erstmals 1955 von William Scholle. Der Wein wird in den Beutel aus mehrlagigem lebensmittelechten Folienverbund Material eingefüllt,mit einem kleinen Zapfhahn verschlossen und in eine Umverpackung aus Karton gegeben. Durch eine vorgestanzte Öffnung im Karton zapft der Verbraucher mit dem Kunststoffhahn den Wein aus dem Pappbehälter. Manche Winzer verpacken ihre Weinschläuche auf in dekorativen Standröhren oder gar in Holzkisten. Das “Plopp” des Korkens beim Öffnen entfällt so leider…


Doch dies hat nur Vorteile. Die Produktion des klassischen Korks ist sehr teuer und langwierig. Um Korken produzieren zu können muss die Rinde der Korkeiche geerntet werden. Dies ist der einzige Baum, bei welchem die Rinde von einem lebenden Baum geerntet werden kann. Die Rinde benötigt dann zwischen 20 und 30 Jahre bis sie wieder nachgewachsen ist. Nicht nur das die Produktion sehr langwierig und Teuer ist, passiert es auch immer wieder das der Wein bei falscher Lagerung korkt. Somit bekommt der Wein
einen muffigen Geruch und Geschmack und ist nicht mehr geniessbar.
An den damaligen Arbeiten zur Herstellung geeigneter Folien für den Gebrauch als Weincontainer war auch Frank Jacobi, Gewächs der Rosenheimer FH, vordem in Diensten von Brückner-Maschinenbau in Siegsdorf, beteiligt. In mehrwöchigen Versuchsreihen, so Jacobi, wurde eine Sieben-schickt Folie unter Zuhilfenahme damals noch recht exotischer
Komponenten entwickelt, die den geforderten Qualitätsansprüchen genügte. In einem Entwicklungszentrum von Shell International in Australien, auf halbem Weg zwischen Sydney und Melbourne gelegen, sind diese Folien dann zur Einsatzreife gelangt. Die für die Geschmacks-, Geruchs- und Haltbarkeitstests benötigten Testweine sind, so Jacobi, am
Ende der jeweiligen Testreihen zur Freude aller beteiligten Mitarbeiter ihrer natürlichen Bestimmung zugeführt worden.

Üblich sind bei den handelsüblichen Weinschläuchen Volumina von drei, fünf und zehn Liter Inhalt. Neu ist jetzt, so der Rosenheimer Weinhändler Josef Zeilinger, dass nicht nur die beliebten Zechweine in der Preisklasse bis zu fünf Euro pro Liter darin abgefüllt werden.
Renommierte Weingüter bieten nun auch “Mis-au-chateau-Appelation”-Weine in dieser Konfektionierung an. So verkauft das er 2012 gegründete Unternehmen BiboViNo in seinen 30 Filialen zu Cubis mit hochwertigen Kreszenzen, teilweise auch aus biologischem Anbau.
Darunter finden sich Terroir Weine von Alain Couillaud (Loire), wie der “Haut Planty Blanc”, ein gehaltvoller charakteristischer weißer Muscadet, oder Rotweine wie der Gamay “Saint Amour JPB” von Jean-Paul Brun (Beaujolais), in der Preisklasse von 6,50 € bis 35 € von vergleichbaren 0,75-Liter-Flaschenpreisen. Die Weine im Cubi sind aufgrund nicht
notwendiger Flaschen und korken aber wesentlich günstiger.

Die Vorteile für den Kunden, aber auch für den Winzer, sind erheblich. Der Wein oxidiert in dem sich mangels Sauerstoffzufuhr zusammenziehenden Beutel nicht, kann natürlich auch keinen Korkton annehmen, sondern bleibt über längere Zeit trinkbar. Ungekühlt hält der geöffnete Cubi mindestens 3 Monate ohne Geschmacksverlust, verschlossen wesentlich
länger. Für die Gastronomie ein unschätzbarer Vorteil: die Möglichkeit hochwertige Weine offen auszuschenken, vergrößert sich enorm.
Bedeutsam ist auch die Umweltfreundlichkeit des Einweg-Systems: der Weinkarton wiegt weniger als die gleiche Getränkemenge in Flaschen – so enthält eine Drei-Liter Box die Weinmenge, für die vier 0,75-Liter-Flaschen abgefüllt werden müssten. Zudem ist dieses
System die umweltverträglichste Getränkeverpackung überhaupt.
Der Wein ist, da kein Glasbruch eintreten kann, auch unkomplizierter zu transportieren und die Box später einfacher zu entsorgen. Der leere Karton ist vollständig recyclebar, er wird geöffnet, in den Altpapiercontainer gegeben; der Kunststoffbeutel in den Behälter für Plastikmüll.

In Frankreich ist es laut einem Bericht der Zeitung “Le figaro” fast schon üblich, auf einen festlich gedeckten Tisch anstatt einer Flasche Wein einen “Cubi” in einem eleganten Behälter oder Gestell zu stellen.
Inzwischen gibt es sogar einen Wettbewerb um den “Best Wine in Box”, dem sich die Winzer bei der dritten Auflage bereits mit rund 5000 Weinen im Schlauch stellten.

Eine kleine Auswahl an diesen Weinen mit verschiedenen Größen können Sie im Arte & Vino in der Weinstraße in Rosenheim verkosten oder im anliegenden Weinkontor Rosenheim direkt käuflich erworben. Auch ist ein Versand möglich, hier können Sie direkt auf der Homepage mit de  m Weinhändler Josef Zeilinger Kontakt aufnehmen.

Cheers!

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